Bericht aus der Schwetzinger Zeitung vom Freitag, den 8. September 2006:

Spannung mit Bauer, Läufer, Dame und Turm

Ferienkinder lernten beim Schachclub mit Begeisterung das königliche Spiel kennen

Ketsch. Einen kurzweiligen und ereignisreichen Nachmittag im Ferienprogramm der Gemeinde erlebten 18 Mädchen und Jungen beim Schachclub. Schach, Spiel und Quiz stand auf dem Programm. Die Organisation hatte Jugendtrainer Werner Ries übernommen, Karl Schmid sorgte für Speisen und Getränke.
Zur Einstimmung ging es los mit dem fröhlichen „Toto-Lotto"-Spiel, bezogen auf Schach. Alle mussten vorab Sieg oder unentschieden tippen.
Dann waren schnelle Leute gefragt, die kreativ sein können. Da wurde ein „König im Taschentuch", „Bauer in der Hosentasche" oder ein „Pferd am Schnürsenkel" gefordert. „Dame im Schlafrock" regte zum Improvisieren an. Eine Socke erfüllte den Zweck, und ein weiterer Punkt wanderte auf das Konto.
Beim Schach-Quiz war die Anzahl der Felder auf dem Schachbrett gefragt, auch wie viele Figuren in der Grundstellung darauf stehen. Die meisten Kinder verfügten
über Grundkenntnisse und konnten die Reihenfolge der Figuren auf dem Brett benennen.
Schwierig erwies sich die nächste Forderung, den König möglichst lange auf dem Kopf zu balancieren oder die Dame auf zwei Türmen zu transportieren. Doch die Kinder strengten sich mächtig an und bewiesen, dass auch in Sachen Geschicklichkeit versteckte Talente schlummern.
Werner Ries erzählte noch das Märchen von dem gelangweilten König, der bereits alle möglichen Spiele kannte: Sein weiser Ratgeber kannte jedoch noch ein schwieriges und spannendes Spiel. „Man muss klug sein, kämpfen und kann viele Abenteuer erleben." Er erläuterte seinem Herrn das Spiel „Schach", wo sich auf dem Schachbrett zwei Armeen gegenüber stehen. Zur Unterscheidung trägt eine Armee weiße, die andere schwarze Uniformen. Der Ratgeber holte aus dem Kästchen eine weiße Figur, den König, hervor. Er sei die wichtigste Figur des Spiels und soll geschützt
werden. Gerät sie in Gefangenschaft, ist der Kampf verloren. Der Berater beschrieb seinem Herrscher weitere Figuren, wie die vom feindlichen Heer gefürchtete Dame, Läufer als schnelle Kampfwagen, schützende Türme oder die Bauern als Soldaten. Der König fand Gefallen daran und lud zu sich andere Könige ein, er spielte und spielte. Mit jedem Spiel wurde er klüger und löste viele Schwierigkeiten in seinem großen Reich.
Nach dieser spannenden und ebenso lehrreichen Geschichte waren die Mädchen und Jungen so richtig auf das Schachspiel eingestimmt.
David Schwab, mehrfacher Vereinsmeister, spielte sodann simultan gegen Ferienkinder an 13 Schachbrettern. Den übrigen Gästen ohne Vorkenntnisse vermittelte Werner Ries Grundwissen über das königliche Spiel. Die Zeit verging wie im Fluge und viele Kinder wollten gar nicht aufhören, ihre Spielfiguren über das Brett gleiten zu lassen. gp
Bild: Schwerdt
Mit den Spielfiguren erlebten die Mädchen und Jungen vielfälige Abenteuer auf dem Schachbrett.